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Die Havel

Die Havel entspringt in der Mecklenburgischen Seenplatte. Als Quellgebiet gilt heute das Diekenbruch bei Ankershagen im Nordosten des Müritz-Nationalparks. Der historische Quellsee der Havel ist allerdings der Bornsee, der in den Trinnensee und weiter in den Mühlensee entwässert. Ab dem Mühlensee ist der historische Verlauf der Havel nach Süden durch das Diekenbruch. Im 14. oder 15. Jahrhundert schütteten vermutlich Mönche zwischen Mühlensee und Diekenbruch einen Damm auf, und leiteten das Havelwasser durch einen künstlichen Durchstich in den Mühlenbach, um eine Mühle zuverlässiger mit Wasser versorgen zu können. Dadurch wurde die Wasserscheide zwischen Nord- und Ostsee künstlich leicht nach Süden verschoben und wird im Bereich der Havelquelle nicht mehr durch die Pommersche Hauptendmoräne definiert, sondern offiziell durch den Damm am Diekenbruch.[5] Der auf moorigem Untergrund aufgeschüttete Damm dichtet jedoch den Mühlensee nicht vollständig gegen das Diekenbruch ab, so dass die historische Havelquelle nach wie vor geringfügig in das Flusssystem der Elbe entwässert. Seit 2007 wird ein Teil des Sickerwassers in einem kleinen, künstlich gefassten Quelltopf an die Oberfläche geführt und als Havelquelle definiert.

Die ersten von der Havel durchflossenen Seen sind der Dambecker- und der Röthsee. Hier ist die Havel noch ein grabenähnliches Fließ. Ab dem Käbelicksee bei Kratzeburg hat sie bereits eine Breite von drei bis vier Metern und ist ein beliebtes Paddelgewässer. Zwischen dem folgenden Granziner- und dem Pagelsee ist die Havel ein in eine schmale Rinne gezwängter Wildwasserbach. Das Befahren des Bachlaufes ist in diesem Abschnitt nicht gestattet. Für den Landtransport der Boote steht eine Lorenverbindung zur Verfügung. Dem Pagelsee folgen der Zotzensee, der Jäthensee und der Useriner See. Der Flusslauf der Havel zwischen diesen Seen ist bereits teilweise kanalartig ausgebaut. Ab dem Useriner See, 12 km von ihrer Quelle entfernt, ist die Havel ein schiffbarer Fluss von bis zu 10 m Breite. Am Großen Labussee befindet sich die erste Schleuse der Havel, die Schleuse Zwenzow. Ab hier darf die Havel mit motorbetriebenen Booten befahren werden. Es folgt die Quassower Havel und der Woblitzsee bei Wesenberg. Über den in den Woblitzsee von Norden einmündenden Kammerkanal und den Zierker See ist die Havel mit Neustrelitz, der ehemaligen Landeshauptstadt von Mecklenburg-Strelitz, verbunden. Vom Woblitzsee an ist die Havel, einschließlich des Kammerkanals, mit mehreren Staustufen als Obere Havel-Wasserstraße ausgebaut. In Mecklenburg streift sie noch den Drewensee und den Wangnitzsee und fließt durch den Kleinen und Großen Priepertsee sowie den Ellbogensee und den Ziernsee. Bereits im Land Brandenburg streift sie den Menowsee und durchfließt den Röblinsee und Baalensee.

Die Schnelle Havel, die nicht schiffbare alte Havel, bei Schweitzerhütte nördlich von Oranienburg-Friedrichsthal
Am Ostrand der Stadt Fürstenberg streift die Havel den Schwedtsee und erreicht hinter Fürstenberg den Stolpsee bei der Klosterruine Himmelpfort. 15 km südlich davon, nördlich von Zehdenick, wurde in ihrer Niederung früher viel Ton abgebaut (jetzt touristischer Ziegeleipark). Von dort bis nach Berlin-Spandau durchfließt die Havel den Naturraum der Zehdenick-Spandauer Havelniederung. Zum Transport von Brennmaterial und Ziegeln wurde ab Zehdenick südwärts nach Liebenwalde 1880–1882 der Voßkanal gebaut, neben dem die alte Havel unter dem Namen Schnelle Havel als stark mäandrierendes und nicht schiffbares Flüsschen erhalten geblieben ist. So fließt der Hauptanteil des Havelwassers ab Zehdenick durch den Voßkanal und Malzer Kanal und speist seit 1914 die Scheitelhaltung des Oder-Havel-Kanals; über die Kanalstufe Lehnitz fließt das Havelwasser südlich Oranienburg wieder dem Havelbett zu. Unmittelbar südlich von Liebenwalde zweigt der Kanal „Langer Trödel“, ein Abschnitt des Finowkanals, eines Vorgängerbaues des Oder-Havel-Kanals, vom Voßkanal nach Osten in Richtung Oder ab. Der Malzer Kanal, die Verlängerung des Voßkanals nach Süden, trifft südlich von Liebenwalde auf den Oder-Havel-Kanal. Der Malzer Kanal ist hier das nördliche Reststück eines Kanals von Malz her, damals als Verbindung zum „Langen Trödel“; der Malzer Kanal ist zum größeren Teil 1914 in den Oder-Havel-Kanal aufgegangen.

Die Schnelle Havel fließt nach Verlassen des Eberswalder Urstromtales parallel zum Oder-Havel-Kanal bis zur Einmündung des südlichen Reststücks des Malzer Kanals am Nordrand von Friedrichsthal. Von hier bis zur ehemaligen Schleuse Sachsenhausen wird sie als Friedrichsthaler Havel bezeichnet, anschließend als Oranienburger Havel bis Hohen Neuendorf, dann als Spandauer Havel bis zur Spreemündung. Hinter Hennigsdorf, am Nieder Neuendorfer See, zweigt von der Havel der Havelkanal nach Westen ab, 1951/52 von der DDR zur Umschiffung West-Berlins angelegt; er mündet zusammen mit dem Sacrow-Paretzer Kanal bei Paretz wieder in die Havel ein.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Havel)

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